Verwalten und erhalten
10.02.2024
Was haben der Minigolfplatz, die Johanneskirche und das Parkhotel gemeinsam? Die Hall AG kümmert sich um sie. Oskar Winkler leitet den Fachbereich Immobilien beim heimischen Versorger. Uns gibt der Haller Einblick, um welche Gebäude und Grundstücke er sich mit seinem Team kümmert und worauf es dabei ankommt.
Die roten Buchrücken mit Titeln wie „Mietrechtsgesetz“ oder „GeKo Wohnrecht“ im Büroregal verraten zweierlei über Oskar Winkler: erstens, dass er Jurist ist, und zweitens, dass er den Fachbereich Immobilien beider Hall AG verantwortet. Und der hat es in sich: Unbebaute Liegenschaften oder Tiefgaragen fallendarunter genauso wie der Würstelstand am Unteren Stadtplatz, das Hotel Goldener Engl samt Klocker Museum oder die Johanneskirche. Dazu verwaltet Winkler mit seinem Team Büros sowie Geschäftsflächen, 408 Wohnungen und 175 Schrebergärten. „Wir sind ein sehr kleiner Fachbereich innerhalb der Hall AG, aber nicht ganz unwesentlich“, schmunzelt der Jurist. „Unser Aufgabenbereich geht über die bloße Immobilienverwaltung hinaus. Wir möchten unsere Liegenschaften gezielt bewirtschaften, sie sollen Nutzen stiften.“
Zwei Mitarbeiterinnen im Büro kümmern sich um die klassische Hausverwaltung: Kundenkontakt, Versicherungsfälle, Vertragsabwicklung oder Abrechnung. Ein Hausmeisterübernimmt kleinere Reparaturen und ist bei Sanierungen behilflich. Die zwei Reinigungsdamen in der Zentrale der Hall AG gehören ebenfalls zu seinem Bereich. Dazu kommen externe Dienstleister und Handwerker. Während in vergangenen Zeiten die Hall AG Immobilien auch verkauft hat, verändert sich das Portfolio mittlerweile kaum noch. Lediglich die Akquise kleiner Grundstücke für den Bau von Trafostationen beschäftigt den Fachbereich.
Verwalten, sanieren, nutzen
Nicht sämtliche Immobilien stehen im Eigentum der Hall AG, manche verwaltet sie lediglich im Auftrag der Stadt. Um die Vergabe von Wohnungen kümmert sich ebenfalls ausschließlich das städtische Wohnungsamt, die Mietensind gesetzlich geregelt. Als Bauträger tritt die Hall AG nicht auf, bei den Wohnungen handelt sich ausschließlich um Bestand. Teile davon liegen in der Altstadt und fallen unter den Denkmalschutz. „Bei einem Mieterwechselsanieren wir die Wohnungen und bringen sie auf einen zeitgemäßen Stand. Leerstand verursacht Kosten, daher bringen wir leere Wohnungen möglichst schnell in die Vermietung. Der sinnvolle Zwischenschritt dazu ist die Sanierung“, betont Winkler.
Den Sanierungsbedarf deckt die Hall AG nicht nur in Sachen Wohnungen, auch bei den weiteren Immobilien wird investiert: Zuletzt wurden etwa die Fassade der Rettung in der Bruckergasse erneuert und die Tiefgarage im Kurpark aufgefrischt. In der Johanneskirche erhielten die Deckenfresken eine Generalüberholung.
„Die Immobilien der Hall AG sind sehr spannend und bunt. Da gibt es keine Chance für Langeweile“, lächelt Oskar Winkler, der auch über die Konzessionsprüfung für Immobilienmakler und -verwalter verfügt. Für ihn erfüllt sich mit seiner Aufgabe ein beruflicher Traum. Nicht nur, „weil ich dort arbeite, wo ich wohne. Trotz vieler Jahre Berufserfahrung (Anm.: bei der Neuen Heimat Tirol oder der Immobilientochter der Post AG) passiert immer wieder etwas Neues, wo ich mich frage: Wie machen wir das jetzt?“ Dann greift der Jurist zu den roten Büchern im Regal hinter sich.
Wir möchten unsere Liegenschaften gezielt bewirtschaften, sie sollen Nutzen stiften. Oskar Winkler