Schwierige Zeiten
13.12.2025
Vieles macht den wirtschaftlichen Alltag der Hall AG derzeit schwieriger. Kostensteigerungen, Energiekrisen und eine allgemeine Verunsicherung veranlassen das Vorstandsduo dazu, Vorsicht walten zu lassen. Der Vorstandsvorsitzende Christian Holzknecht erklärt die Hintergründe.
Die gute Nachricht zuerst: Trotz widriger Umstände verläuft das Geschäftsjahrzufriedenstellend. „Was uns Probleme bereitet, ist die Eigenerzeugung. Aufgrund des fehlenden Schnees im Frühjahrliegen wir gut zehn Prozent hinter dem Vorjahr“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Christian Holzknecht. Ein Drittel des Stromverbrauchs der Region deckt die Hall AG mit Eigenerzeugung. Für den Rest muss sich das Unternehmen am Markt bedienen. Trotzdem bereiten die Vorstände mit Jahreswechsel eine Strompreissenkung vor. „Der Energiepreis ist günstig und wird noch günstiger. Auf die Netztarife, Steuern und Abgaben haben wir jedoch keinen Einfluss“, erklärt Holzknecht.
Die Nettoverschuldung bleibt konstant. Ein weiterer Schuldenabbau war wegen der gestiegenen Zinsen zuletzt nicht möglich. „Wir müssen das Unternehmen zahlungsfit halten“, betont der Vorstandsvorsitzende. Als kommunaler Betrieb investiert die Hall AG jeden Eurounmittelbar und direkt vor Ort. Dabei unterstützen sich die unterschiedlichen Geschäftsbereiche (Anm.: siehe Interview S. 18) gegenseitig. Die Kundinnen und Kunden sind sich dessen bewusst: „Auch wenn es manchmal berechtigte Kritikgibt, erkennt unsere Kundschaft den Wert der Hall AG.“
Wir müssen das Unternehmen zahlungsfit halten. Christian Holzknecht, Vorstandsvorsitzender
Voller Fokus auf das Kraftwerk Volders
Das Budget 2026 richten Holzknecht und sein Vorstandskollege Artur Egger auf das Großprojekt Kraftwerk Volders aus. „Die Einreichung liegt derzeit beider Behörde. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf mehr als 50 Millionen Euro. Wir richten unseren gesamten Investitionsplan darauf aus, ohne eine Qualitätsverschlechterung in der bestehenden Infrastruktur zu riskieren. “Dabei genießen Holzknecht und Egger das volle Vertrauen ihres Aufsichtsrates. Dort gab es zuletzt eine personelle Änderung: Gemeinderat Nikolaus Niedrist
schied aus. Für ihn kam mit Johannes Margreiter ein ehemaliger Auftsichtsrat zurück. „Und mit Dr. Christina Haslwanter haben wir wieder eine Frau als stellvertretende Vorsitzende“, betont Holzknecht .Auch das eine gute Nachricht.